Haus & Halm

Holz-, Metall- oder Steinbohrer unterscheiden

Den passenden Bohrer wählst du nach dem Werkstoff, dem gewünschten Loch und der Werkzeugaufnahme. Die Farbe des Bohrers allein ist kein verlässliches Merkmal. Eine goldfarbene Beschichtung sagt beispielsweise noch nicht, dass ein Einsatz für deine konkrete Aufgabe geeignet ist. Bei unbekannter Wandkonstruktion beginnt die Arbeit deshalb mit der Klärung des Untergrunds und möglicher Leitungen, nicht mit einer Probebohrung.

Zuerst die Aufgabe aufschreiben

Notiere Werkstoff, Lochdurchmesser, benötigte Tiefe und die Frage, ob das Loch durch das Werkstück gehen soll. Dazu kommen Maschinenmodell und vorhandene Aufnahme. Bei einem Möbelbauteil helfen Montagezeichnung und Ersatzteilbeschreibung; bei einer Befestigung ergeben sich Bohrdurchmesser und Tiefe aus den Vorgaben des ausgewählten Befestigungssystems. Nicht jede Schraube benötigt dieselbe Art der Vorbohrung.

Lege die vorhandenen Bohrer auf eine helle Unterlage. Entferne lose Verschmutzung vorsichtig und suche nach lesbarer Größen- oder Typenkennzeichnung. Sortiere beschädigte Spitzen und krumme Schäfte aus der einsatzbereiten Auswahl aus. Ein unbekannter Bohrer wird nicht dadurch passend, dass er sich in die Maschine einspannen lässt.

Die drei häufigen Formen erkennen

Ein klassischer Holzspiralbohrer besitzt eine hervorstehende Zentrierspitze und seitliche Vorschneider. Ein üblicher Metallspiralbohrer hat eine kegelförmige Spitze und besteht häufig aus HSS. Stein- und Betonbohrer tragen typischerweise eine Hartmetallschneide am Kopf. Bosch beschreibt diese Grundformen in seinem Bohrer-Ratgeber. Es gibt jedoch Sonderformen und Mehrzweckbohrer: Ihre konkrete Freigabe liest du an Verpackung, Kennzeichnung oder Herstellerbeschreibung ab.

Betrachte den Bohrer zusätzlich von hinten. Ein Rundschaft, ein Sechskantschaft und eine SDS-Aufnahme sind unterschiedliche Systeme. Prüfe die zulässige Kombination in der Maschinenanleitung. Ein ähnlich aussehender Schaft oder ein irgendwie passender Adapter ist kein Beleg dafür, dass Bohrer, Maschine und Betriebsart zusammengehören.

Material und Betriebsart gehören zusammen

Lege nicht nur den Einsatz, sondern auch den zulässigen Bohrmodus fest. „Steinwand“ ist als Beschreibung zu grob: Ein Vollbaustoff und ein empfindlicher Lochstein können unterschiedliche Vorgehensweisen benötigen. Verlasse dich dafür auf die Vorgaben zum Untergrund und zum Befestigungssystem. Wenn diese Angaben fehlen, klärst du sie vor dem Einkauf. Dieser Artikel ersetzt keine Anleitung zum Bohren in unbekannte Bauteile.

Bei einem frei zugänglichen Werkstück planst du sichere Auflage, geeignete Fixierung und Schutz des Austrittsbereichs ein. Prüfe die Rückseite und den Raum darunter. Die Maschine wird zum Wechseln des Einsatzes nach ihrer Anleitung gegen unbeabsichtigtes Anlaufen gesichert. Drehzahl, Kühlung und Schutzmaßnahmen sind werkstoff- und geräteabhängig; eine einzige Zahl für sämtliche Durchmesser wäre irreführend.

Beispiel: Ein Loch in ein loses Holzbrett

Du möchtest ein vorgegebenes Durchgangsloch in ein bekanntes, unbeschichtetes Brett setzen. Die Zeichnung liefert den Durchmesser; ein geeigneter Holzbohrer, passende Maschine und sichere Werkstückfixierung sind vorhanden. Vor dem Start vergleichst du die nutzbare Bohrerlänge mit der Materialdicke und prüfst den Bereich hinter dem Brett. Ein Reststück desselben Materials kann helfen, die geplante Ausführung zu beurteilen. Diese Probe ist etwas anderes als eine Erkundungsbohrung in einer unbekannten Wand.

Wann du nicht weiterbohrst

Bei unklaren Leitungsverläufen, unbekannten Altbauschichten oder möglicher Schadstoffbelastung wird die Situation vorab fachkundig geklärt. Ein Ortungsgerät kann zusätzliche Informationen liefern, seine Anzeige ist jedoch kein allgemeiner Freibrief. Auch unerwarteter Widerstand, metallischer Kontakt oder eine ausbrechende Oberfläche sind Gründe zum Unterbrechen. Die Auswahl ist abgeschlossen, wenn Werkstoff, Bohrziel, Einsatz, Aufnahme und dokumentierte Betriebsart zusammenpassen.

Passend zum nächsten Schritt kannst du Angaben für die Befestigungsauswahl sammeln.

Quellen und weiterführende Informationen

Bosch DIY: Die richtigen Bohrer und Dübel für Holz, Metall und weitere Materialien. Quellenabruf: 23.09.2026. Herstellerangaben gelten jeweils für das genannte Produkt oder Beschlagsystem.