Eine Duschabtrennung bestellst du anhand der zum Modell gehörenden Maßzeichnung und der fertigen Einbausituation. Die Aufschrift „90 × 90“ auf einer alten Duschwanne genügt dafür nicht. Eigenes Messen ist eine gute Vorbereitung; bei Maßglas muss klar sein, wer das verbindliche Aufmaß und die daraus abgeleitete Bestellung verantwortet. Glas lässt sich nach der Fertigung nicht wie eine Holzleiste an eine schiefe Wand anpassen.
Fertigen Zustand und Bauform festhalten
Notiere zunächst: Nische mit Tür, Ecke mit zwei Seiten oder offene Walk-in-Scheibe? Wird auf einer Wanne, einem gefliesten Boden oder einem anderen System montiert? Fotografiere die gesamte Dusche einschließlich Armatur, Fenster, Handtuchhalter und angrenzender Möbel. Sind Fliesen oder Boden noch nicht fertig, kennzeichne alle Maße als vorläufig. Ein späterer Wandaufbau verändert die lichte Breite; eine nachträglich geänderte Position der Scheibe kann zudem den vorgesehenen Wasserlauf beeinflussen.
So entsteht die Aufmaßskizze
Du brauchst Maßband, Wasserwaage, Papier und einen Bleistift. Zeichne eine Draufsicht und für jede Befestigungswand eine Ansicht. Vergib eindeutige Messlinien: beispielsweise A unten, B mittig und C oben innerhalb der vorgesehenen Montagehöhe. Miss zwischen denselben Oberflächen, wiederhole jeden Wert und schreibe die Einheit dazu. Halte Wandabweichungen und vorspringende Bordüren gesondert fest. Die Wasserwaage dokumentiert eine Auffälligkeit; sie ist keine Einladung, Unterschiede mit einer frei erfundenen Zugabe auszugleichen.
Modellzeichnung statt pauschaler Abzüge
Vergleiche deine Messlinien mit dem Herstellerblatt. Ist das verlangte Maß die Wannenaußenkante, die Glasaußenkante oder die lichte Nische? Welcher Verstellbereich gehört zu genau dieser Variante? Manche Systeme stehen gegenüber einer Außenkante eingerückt. Ziehe deshalb keinen üblich klingenden Zentimeterbetrag auf eigene Faust ab. Lege die Skizze dem Lieferanten vor und lass die Zuordnung schriftlich bestätigen. Kermi stellt technische Unterlagen bereit; die jeweils gültige Zeichnung des gewählten Modells entscheidet über das Bestellmaß.
Beispiel: drei Breiten sind ein Befund
Eine beispielhafte Nische misst unten 894, mittig 897 und oben 900 Millimeter. Das Ergebnis lautet nicht „im Mittel 897 Millimeter bestellen“. Die drei Werte zeigen eine Abweichung, die mit Höhe, Wandseite und ausgewähltem System abgeglichen werden muss. Ergänze die gemessene Einbauhöhe sowie eventuelle Leitungs- und Befestigungsfragen. Gibt es keinen ausreichend eindeutigen Verstellnachweis, wird vor Bestellung fachlich aufgemessen. Das ist wirtschaftlicher, als passende Außenmaße mit unpassenden Befestigungsdetails zu verwechseln.
Den Türflügel im Raum testen
Zeichne den Öffnungsbereich auf dem Grundriss oder markiere ihn mit lose aufgelegten Papierstreifen auf trockenem Boden. Prüfe Kollisionen mit WC, Waschtisch, Badheizkörper und Badezimmertür. Berücksichtige auch den Griff und die Person, die die Tür benutzt. Eine große Scheibe kann geometrisch hineinpassen und trotzdem den Ein- und Ausstieg erschweren. Miss zusätzlich den Transportweg durch Haustür, Treppe und Bad. Verpackungsmaß und Gewicht klärst du erst anhand der tatsächlichen Bestellung.
Fertig vor dem Bestellknopf
Die Unterlagen sind vollständig, wenn Modell, Anschlagseite, Oberflächen, Messbezug, Verstellbereich und Verantwortlicher für das Endmaß eindeutig sind. Bewahre bestätigte Zeichnung und Fotos gemeinsam auf. Bohre bei der Aufnahme keine Probeöffnungen in den Nassbereich und entferne keine bestehende Abdichtung. Die Montageplanung muss Leitungen, Untergrund, Befestigung und Abdichtungsdetails berücksichtigen. Für die übrigen Bewegungsflächen hilft Badmöbel planen.
Quellen und Stand
Kermi Duschdesign: Technische Unterlagen und Aufmaßunterlagen · Verbraucherzentrale: Badezimmer – Platz gewinnen und Barrieren abbauen. Quellen geprüft am 23.09.2026. Rechen- und Ablaufbeispiele sind eigene, ausdrücklich beispielhafte Planungshilfen.